Die Eibe - tödlich süß...

Letzte Aktualisierung am 19. Oktober 2016.

Die Eibe, ein westeuropäischer Nadelbaum, ist wohl eine der faszinierendsten Kreationen unserer grünen Welt. Anstelle von Zapfen hat sie giftige Samen, die in eine roten, eßbaren Samenhülle (Frucht) eingehüllt sind. Der Baum vereint in sich also den Tod, sowie die süssesten schönen roten Früchte... eine besondere Kombination.

Man kann sich ihr nur nähern, wenn man absolut klar und bewusst ist. Die rote Frucht schmeckt wunderbar süss, und es lohnt sich auf jeden Fall dieses "leckere Spiel mit dem Tod" zu spielen. Der unzerkaute Kern mache nichts, man müsse schon ein paar Kerne zerbeissen, um dann zu sterben. Das ist gut zu wissen, aber mir ist lieber, die Kerne auszuspucken! Die Nadeln und das Holz dagegen wirken unmissverständlich tödlich. 

Ich habe im Englischen Garten am Eisbach ein paar Bäume entdeckt, die voller Samen hängen, und gehe heute eine Schale voll sammeln. 

Also, wer den Mut hat, und an einer Eibe vorbeigeht, koste mal den roten Saft der Frucht und spüre wie nah das Leben und der Tod nebeneinander liegen. Meine Faszination zu diesem Thema und seinen Grenzgängen wurde früh gelegt. Nachdem ich im Alter von 15 Jahren dem Tod von der Schippe gesprungen bin, ist etwas in mir anders geworden. Das Wissen, dass der Tod in jedem Moment unseres Lebens zugegen ist, läßt das Leben an Intensität wachsen. Es ist, als wenn die Akzeptanz des Todes, das Leben erst lebendig macht. Viele Schritte in meinem Leben hätte ich ohne diese frühe Erfahrung wohl nicht gemacht. Dafür bin ich unendlich dankbar, denn das Leben hat so viel zu entdecken. Die Eibe erinnert mich jedes Mal und ruft mir ein grinsen ins Gesicht. 

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